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der Nationalkunde, die noch nirgends so ausführlich und zweckmässig dargestellt ist, glänzende Vorzüge dieses kleinen, aber reichhaltigen Werks; und dennoch fehlt es bei allen diefen Vorzügen an einem feften Princip, das die Statistik und Staatenkunde zu einer eigenen wiffenschaftlichen Würde erhebt, an einer tiefen (wir fagen nicht, scharfen) Deduction des Begriffs, und, wo nicht am Geifte, doch an jener Reinheit desselben, die eine Folge fefter Principien ist.

(Die Fortsetzung im nächsten Stücke.)

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Carte d'Espagne et de Portugal en neuf feuilles par C. MENTELLE Membre de l'Inftitut National des Sciences, et P. G. CHANLAIRE l'un des Auteurs de l'Atlas National. â Paris chez les Auteurs P. G. Chanlaire, Rue Geoffroy - Langevin No. 328, et C. Mentelle, aux Galeries du Louvre No. 19. An VII. (1799 – et 1807)

Jedes der neun Blätter, welche diese jetzt erst vollendete Charte ausmachen, ift 11 Zoll 3 Lin. hoch und 15 Zoll Pariser Maafs lang. Nach ihrer Zusammenfügung erhält man ein Tableau über Spanien und Portugal von 33 Z. 9 L. Höhe und 45 Z. Länge. Ein Breitengrad beträgt 4 Z. I, 6 L., mithin eine teutfche geogr. Meilé 3, 3" welches hinlänglichen Raum gewähret, diefe Länder nach ihren Abtheilungen in Provinzen und Gerichtsbezirken darzustellen. Auch find noch viele Dörfer, Schenken und andere kleine Oerter darauf fichtbar. Die Charte giebt daher eine genugfame Ueberficht von den beiden darauf vorgestellten Reichen, zumal für Ausländer.

Jedes Blatt hat feinen graduirten Rand, allein die Meridiane und Parallelkreife find nicht fichtbar gemacht worden. Auf dem Blatte, welches Burgos und Navarra enthält, müsste statt der Breitengrade 41 und 42 stehen 42 und 43.; und das Blatt, welches Carthagena enthält, follte oben für die Grade von Ferro die Zahlen 17, 18, 19, 20, 21, ftatt 3, 2, 1, 0, 1 haben. Uebrigens find in dem nördlichen Rande jedes Blattes die Längengrade von der Infe

Ferro öftlich, in dem füdlichen Rande aber ift dicfe Gradzählung weftlich von Paris angegeben worden.

Die Gebirge find perfpectivifch vorgestellt; aber nicht allemal ihr Zusammenhang fichtbar gemacht worden. Z. B. in der Provinz Toledo fehlt zwischen Confuega und Ocaña (nicht Ocana, wie auf der Charte ftehet) der Zufammenhang der Montes de Toledo mit den Bergen von Cuença. Das Gebirge Occa, welches von den Quellen des Ebro die füdliche Gränze des Flufsgebietes deffelben ausmacht, und fich in verschiedenen Richtungen nach S. O. ziehet und öfters den Namen wechselt, als Montes de Occa, Sierra de St. Millan, S. de Umbria, S. de St. LoS. de Moncayo, S. Maedo, S. Miniftra, S. de Solorio, S. Molina, welches durch das Gebirge Albarracin mit den Gebirgen von Cuença und allen S. W. und w. auch S. des Tajo durch die Mitte und den füdlichen Gegenden von Spanien laufenden Gebirgsrücken zusammenhängt; öftlich aber durch Aragon und Valencia gegen das mittelländifche Meer fich verflächet. Von diefem, die Pyrenäen mit den füdlichen Gebirgen Spaniens verbindendem Gebirgsrücken siehet man keine Spur. Die Aufnahme einer Menge kleiner Orte, und ihre Namen haben den Raum diefer Gebirgskette ganz bedeckt,

renzo,

Diese zu häufige Anfüllung der Charte mit geringen Ortschaften hat auch die Weglaffung des Namens einiger Provinzen veranlafst. So find die Provinzen Soria, Segovia und Toro zwar mit Gränzpuncten und Illumination derfelben von den benachbarten unterschieden, aber fie find nicht benannt. Eine andere Unterlaffungsfünde kommt bei der zuletzt genannten Provinz vor, welche nur dem, um die Stadt Toro gelegenen Theile nach, fichtbar gemacht worden ift. Dagegen der Diftrict von Carrion zwifchen Palencia und Leon, gänzlich fehlt; der Diftrict von Reynofa, zwifchen den Provinzen Burgos und Valencia ift zwar mit Puncten umgränzt, aher zu Eurgos gezögen worden. Im letztern liegen die Quellen des Ebro. Eine ähnliche Weglassung kömmt bei der Provinz Valladolid vor, von welcher die unweit der Stadt Leon abgefondert liegenden Districte von Manfilla und Rueda (letzterer Ort findet fich nicht einmal auf der Charte) nicht

--mit Puncten von der Provinz Leon abgefondert find. Illuminationsfehler kommen auf dem vorliegenden Exemplare noch bei der Provinz Zamora und Valladolid vor, ingleichen bei der Provinz Alava, wo die darin isolirte Contado de Treviño zu der Provinz Burgos illuminirt feyn follte, u. d. m.

Zu diefen Fehlern der Charte könnte noch eine anfchnliche Menge Schreib- oder Stichfehler hinzugefügt werden; wir begnügen uns, nur folgende zu bemerken: Vertuenlas ftatt Vertientes; Pinos del Halle, ftatt Pinos del Valle; Arrecife statt Arrecife; Getafe tatt Getafe: Montferat ftatt Montferat; u. d. m.

Zu den Vorzügen, welche diese Charte vor andern allgemeinen Charten über Spanien und Portugal hat, gehört der darauf fichtbar gemachte Lauf der Poften. Da aber noch andere Strafsen angegeben find, so heben die Postwege fich nicht genugfam aus, weil fie nur durch ein Stationszeichen und eine Zahl, welche die Distanz der Stationen bemerkt, bezeichnet find. Sie weichen öfters ab von denen in der Guia general de Poftas, y traversias de Ffpaña de 1787. Auch ift der Canal von Aragon oder der Kayfer-Canal und Canal von Caftilien fichtbar gemacht, aber nicht benannt worden.

Die Herren Verfasser haben den Atlas des T. Lopez in .Rücklicht des Details, die Poftftrafsen ausgenommen, welche fie neu hinzugefügt, hauptsächlich benutzt. Warum aber zwifchen dem füdlichen Theile der Provinz Leon und der afturifchen Gränze eine fast namenlose Wüfte geblieben, und die Flecken Sefamo, Robledo de Traviefas, Palacios del Sil, Llamas, Turienzo, Salos, Puente de Tornero, Ynicio, Lillo, Valdaburon, Almanza u. a. m., welche diefe Leere ausfüllen konnten, ganz weggelassen worden find? ift nicht einzusehen, und harmonirt nicht mit den übrigen ortreichen Ausfüllungen der Charte. In wiefern fie aber von den Ortsbestimmungen an den Küften, die Tofino in seinem Atlas maritimo, Humbold und andere neuere Beobachter bekannt gemacht haben, "abweicht, zeigt folgende Vergleichungstafel, darin C, die Angabe der vorliegenden Charte, B, die bekannte Ortsbeftimmung, und Dz. die Differenz beider Angaben zeiget.

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