Page images
PDF
EPUB
[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small][merged small][merged small]

Einige Differenzen find hier etwas auffallend.

XII. Cap. Lage, Gröfse, Küften und Ankerplätze der Pythyufifchen Infeln. Sehr brauchbare Details, auch über die Infel Formentera.

XIII. Cap. Befchreibung der Pythyufifchen Infeln. — Iviça liegt unter 38° 53′ 16′′ N. Br. 7° 38′ 12′′ O. von der Sternwarte der Marine zu Cddiz. Diefe Infel, von der hier eine Beschreibung mitgetheilt wird, aus welcher unfere geographilchen Lehr- und Handbücher verbeffert und ergänzt werden können, ist in 5 Quartiere oder Bezirke abgetheilt. Die Feftung Ivica hat ungefähr 200 Häufer mit 900 Einwohnern, und der dabei liegende Flecken 420 Feuerftellen und gegen 1800 Einwohner; der Haven ift grofs und gut. Einwohner ift:

1) Im Viertel der Stadt- Ebene, mit

Einschluss der Stadt, etwa

Die Zahl der

[blocks in formation]

3600 Seelen.

4000

2300

2100

900

Summe der Einwohner: 12,900 Seelen.

Diefes ftimmt mit den bisherigen Angaben zu 12,500 Einwohnern ziemlich überein.

XIV. Cap. Charakter und Sitten der Bewohner der Balearifchen und Pythyufifchen Infeln. - Eine etwas kurze, doch wohlgerathene Schilderung, die hier keines Auszugs fähig ift. Ausführlichere Nachrichten über die Minorcaner insbefondere haben wir dem mehrerwähnten Lindemann zu danken.

[ocr errors]

XV. Cap. Kunftfleifs und Handel auf den Balearifchen und pythyufifchen Infeln. Ein intereffanter Abschnitt, zu welchem aber aus Lindemann noch einige Nachträge gehören.

XVI. Cap. Sprache der Bewohner diefer Infeln. Nur kurz. Eine Probe von der Dichtkunft (und Sprache) der Minorcaner hat Lindemann (S. 131 f) mitgetheilt.

XVII. Cap. Kleidungstracht der Bewohner diefer Infeln; dazu eine hübsche Abbildung,

XVIII. Cap. Alterthümer auf den Balearischen Infeln, mit der Abbildung eines fogenannten DruidenAltars.

XIX. Cap. Chronologische Ueberficht der Gefchichte diefer Infeln, deren Prüfung nicht vor unfer Forum gehört.

Das ganze Werk ift, wie fchon diefe kurze Darstellung zeigt, fehr intereffant, gehaltreich und wichtig für die Länder. und Völkerkunde, die dadurch eine nicht unbedeutende Bereicherung erhält. Die kleinen Abfchweifungen und mancherlei eingemischten fremdartigen Dinge, die jedoch nicht oft vorkommen, müssen wir dem Verfaffer als Franzofen verzeihen; er schildert übrigens gut, treu und angenehm. Eine teutsche, kritifsch bearbeitete Uebersetzung dieses Werks müsste gewiss eine verdienftliche Arbeit feyn.

Der beigefügten Kupfer find nur drei, nämlich aufser den beiden bereits genannten, noch eine Anficht von Palma. Charten find nicht dabei.

[ocr errors]

3.

Briefe über Oftindien, das Vorgebirge der gu ten Hoffnung und die Infel St. Helena, Gefchrieben aus diefen Ländern von C. C. BEST, Hauptmann bei den Chur - (Kur-) Hannöverfchen Truppen in Oftindien. Herausgegeben von Karl Gottlob Kürrner (?) — Mit colorirten Abbildungen und Profpecten. Leipzig, bei Göschen, 1807. VIII. und 176 Seiten in kl. 4. Iplendid gedruckt. (Preifs 15 Rthlr. !)'

Diefer Briefe

[ocr errors]
[ocr errors]

in den Jahren 1784 bis 1792 geschrie. ben find zwei und zwanzig; der Verfasser schrieb fie theils zu feiner eignen Unterhaltung, theils zum Vergnügen feiner Freunde, für welche er auch von ihm selbst gezeichnete Abbildungen beilegte. Das Hiftorische diefer Reife ift fchon aus Langftedt's Reifen u. f. w. bekannt. Auch wollen wir nicht mit dem Verfaffer oder Herausgeber (der jedoch hier nur auf dem Titel erscheint; denn selbst die Vorrede ist nicht von ihm) darüber zürnen, dass diese Briefe, deren neuester vom 19ten Mai 1792 datirt ist, erst im Jahre 1807, folglich funfzehn Jahre nach der Abfaffung des letzten derfelben, dem teutfchen Publicum durch den Druck bekannt gemacht worden; fondern ehe wir uns ein entscheidendes Urtheil über diefes Werk erlauben, wollen wir vorerst den Inhalt deffelben etwas näher betrachten.

[ocr errors]

Erfter Brief. (Madras vom 15. August 1784.) Geschichte der Reife; blofs allgemeine und flüchtige Seefahrers - Bemerkungen. Indiaman würde hier am füglichften durch Oftindienfahrer übersetzt worden feyn. Die erläuternden Anmerkungen beweifen, dass diese

-

Briefe für ein wenig unterrichtetes Publicum, das noch keine Reifen nach Indien gelesen hat, bestimmt find. Die hier erzählten Kriegsvorfälle find längst ausführlicher bekannt. Diefer Brief kann daher nur als Einleitung angesehen werden.

11. Brief. (Arkot vom 27. Auguft 1785.) Allzukurze und flüchtige Schilderung von Arkot, wozu der erste Profpect, welcher eine Mofchee (Medfched) und ein Maufoleum darstellt, gehört. Was man fonft in Indien nach dem Beispiele der Portugiesen - Mohren (Morisken, Mauren nennt, nicht Negern), nämlich die muhammedanifchen Einwohner Indiens, das nennt Herr Beft nach den Engländern Moormen, welches die Lefer um des Mifsverftändniffes willen zu bemerken haben. Was dann

weiter mit wenigen Worten über die Befitzungen der Engländer in Indien gelagt wird, ift weder neu noch befriedigend, fondern dient höchstens nur kaum zur Erklärung der beigelegten Prospecte 2 und 3, von Trichinopoly (richtiger: Tirutfchinapalli) und Vellore (Wellohr). Die übrigen Nachrichten find fehr unbedeutend..

III. Brief. (Arkot vom 6. Junius 1786.) Dals der Name Mohren (Moormen) in Indien blofs den Mongolen zukomme, ift bekanntlich nicht richtig. Was dann von den Hindus erzählt wird, find lauter längst, und umftändlicher und meift beffer bekannte Dinge, bei deren näherer Prüfung wir uns nicht aufhalten können. pi's Briefe über Indien (teutfch überfetzt im III. Bde. der neuesten Beiträge zur Kunde von Indien) geben über alle diefe Gegenstände weit befriedigendere Auffchlüffe.

Pa

IV. Brief. (Arkot vom 10. Mai 1786.) Dieser Brief handelt von der Religion der Hindus und den muhammedanischen Fakiren, fehr kurz und ohne etwas Neues beizubringen; es fey denn die nicht fehr wichtige Anekdote von einem fechzigjährigen wahnsinnigen Muhammedaner zu Madras, der als Heiliger verehrt und auf das Prächtigste behandelt wurde.

V. Brief. (Arkot vom 12. Mai 1786.) Tempel, Gözzen und Ceremonieen der Hindus → auf gleiche Weise geschildert. Die Devadafi's dürfen nicht heirathen, fagt der Verf. Man hat jedoch Beispiele vom Gegen

theile.

VI. Brief. ( Arkot vom 15. September 1786.) Feste, Ceremonieen, Mofcheen u. f. w. der Muhammedaner in Indien.

[ocr errors]

VII. Brief. (Arkot vom 6. Januar 1787.) Ueber das Verbrennen der Wittwen der Hindus. Eine Wittwe, welcher der Commandant von Arkot die Erlaubniss, fich mit der Leiche ihres verstorbenen Mannes verbrennen zu dürfen, abgeschlagen hatte, gab unserm Verfaller, der den Auftrag, fich nochmals desfalls bei dem Commandanten für fie zu verwenden, ablehnte, die fonderbare Antwort, dafs fie nun ein verworfenes und unglückliches Gefchöpf in den Augen ihrer Verwandten und der Welt sey, und ihre besten Jahre in Kummer und Unmuth hinbringen müsse; daher habe fie fich den Tod gewünscht; follte fich jedoch ein Europäer finden, der fie als Maitresse anzunehmen gefonnen fey,' so wolle fie gern von ihrem Vorsatze abstehen, auch den Schimpf aus ihrer Kafte (fie war aus der Kaste der Banianen oder Kaufleute) geftofsen zu werden, nicht achten! Diefer Zug ift fehr charakteristisch.

VIII. Brief. (Arkot vom 14. Mai 1787.) Ueber die Art in Indien zu reifen. Gut erzählt, aber beinahe gar nichts Neues; es fey denn die Bemerkung des Verf., dafs die Krähen den öffentlichen Gebäuden (Choultrys), die zur Bequemlichkeit der Reifenden an den Stralsen erbaut find, oft fchädlich werden, indem fie auf denfelben die Früchte des Banianbaumes verzehren, und zuweilen die Kerne derfelben in die Ritzen diefer fteinernen Gebäude fallen laffen, wo fie dann durch ihr Aufkeimen das Berften der Quadersteine veranlassen. Eine nähere Untersuchung diefes Umftandes, von welchem der Verf. als Augenzeuge fpricht, gehört nicht hierher.

« PreviousContinue »