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verurfachte ihm viele Unannehmlichkeiten während der Abwefenheit des Dananik, welcher genöthigt war, einen Feldzug gegen Kelberkeh zu unternehmen. Nach feiner Rückkunft bemühte er fich, den Gefandten für den Verdrufs, welchen man ihm erweckt hatte, schadlos zu halten. Er liess in dem Münzhofe 7000 Fenems für ihn ausprägen, und endlich gab man dem Abd- Ulrizak zwei Eingeborne aus Khoraffan zu, die aber zu Bisnagor anfäffig waren, Namens Khodschah Maffud und Khodjchah-Mohhammed, die ihn als Gefandte zu Schah-Rokh begleiten follten, um demfelben einige Geschenke und andere Waaren zu überbringen; auch begleitete fie ein gewiffer Hhema Eddin, Gesandter von Fetahh-Khan, von dem Stamme des Sultans Firuz-Schah, König von Delhi, welcher einen Brief und Geschenke herbeigebracht hatte.

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Bei feiner Abfchieds - Audienz fagte der König zu Abd- Ulrizak:,,Man hat mich verfichert, Schah - Rokh habe Dich nicht als Gesandten abgefchickt, fonft würden wir Dich mit mehr Aus,,zeichnung behandelt haben. Wenn Du aber ein ,,anderes Mal wieder in unfer Königreich kömmft, ,,und wir überzeugt find, dafs Du wirklich mit ei,,ner Sendung von Schah - Rokh beauftragt bift, fo ,,werden wir Dir Beweise unfrer Freigebigkeit ,,geben und Dich nach der Grösse unfrer Macht ,,behandeln."

Auch Sprach er in dem Briefe, den er an Schah-Rokh abfchickte, von den Reden, welche

die Leute von Hormuz in Betreff des Abd- Ulrizak's geführt hatten, und zeigte ihm dann die Geschenke an, die er ihm fandte.,

§. 6.

Abreife aus Hindustan und Rükkehr zur See.

Der Gefandte machte fich nun reisefertig und nahm feinen Weg nach der Küfte von Oman. *) Am 12ten Schaaban (December 1443) reisete er mit den übrigen Gefandten von Bisnagor ab und zog acht Tage lang ununterbrochen fort. Am erften des Ramazan (Januar 1444) kam er am Ufer des Meeres von Oman **) im Haven Kanor an. Hier machte er genaue Bekanntschaft mit dem Emir Syd Alla - Eddin, gebürtig von Meschehed ***), welcher 120 Jahre alt war, und feit vielen Jahren fowohl bei den Mufelmännern, als bei den Ungläubigen in grölster Achtung ftand. Seine Entscheidungen galten bei ihnen eben so viel, als richterliche Urtheilsfprüche.

Khodfchah - Maffud, einer von den Gesandten des Königs von Bisnagor, ftarb hier währen der Zeit, als man fich in diefem Haven aufhalten mulste. Abd - Ulrizak brachte hier die Ramazanfaftenzeit und das Bairamfeft über zu, und begab

*) Küftenftrich in Jemen in Arabien.

**) Hierunter ift wohl das indifche Meer zu verstehen, zwifchen der weftlichen Halbinsel Indiens und der Küfte von Arabien.

***) Hauptstadt von Khorasan.

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fich dann nach Bender - Manor, wo er zu der Seereise Lebensmittel für zwanzig Perfonen auf vierzig Tage einnahm. Während er das Schiff erwartete, schlug er das Buch der Weiffagungen des Imam Sadik nach, das aus Sprüchen des Koran zufammengesetzt ift, und fein Loos fiel auf den Spruch:,,Fürchte Dich nicht, denn Du wirft ,,dem tyrannischen Volke entgehen." Er wurde dadurch zugleich überrascht und beruhigt wegen der Gefahren des Meeres, und er hoffte nun, glücklich in den erfehnten Haven einzulaufen. Er schiffte fich am 25ften des Monats Suhlkadeh (Februar 1444) ein, und nach einigen Tagen glücklicher Schiffahrt erhob fich ein fo wütender Sturm, dafs das Schiff mehrere Male in Gefahr war zu finken und zu Grunde zu gehen; um es zu erleichtern, musste man viele Waaren und andere Effecten ins Meer werfen.

Endlich kehrte die Meeresftille wieder zurück, und nachdem man die Faften des kleinen Bairamsfeftes auf dem Meere gehalten hatte, entdeckten die Matrofen die Gebirge Kalhat am letzten Tage

es Monats Suhl Hhadfchah; fie fchickten fich nun zum Ausruhen an, und gelangten am Tage des Neumonds im Monate Mohharrem des Jahres 848 *) zu dem Ziele ihrer Wünsche.

*) Dies ist der 20fte April des J. 1444, folglich 54 Jahre vor der Ankunft der Portugiefen in Indien, unter der Führung des Vasco de Gume (1498), und 80 Jahre vor der Eroberung von Hindustan durch die musulmannifchen Mogolen, unter Anführung von Babur, Urenkel von Timur (Tamerlan) im J. 1524.

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MDCCCVIII. présenté à S. M. l'Empereur et Roi, par TESTU. à Paris chex Testu. gr. 8. 880. f.

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Die Einrichtung diefes für den In- und Ausländer fowohl, als den Statistiker vom Fache gleich wichtigen und unentbehrlichen Staatshandbuchs von Frankreich ift fich auch im gegenwärtigen Jahre treu geblieben. Allenthalben zeigt fich die verbeffernde Hand des Herausgebers, befonders da, wo es die innere Umwandlung dieses allmählich ganz zu den alten monarchischen Formen wiederkehrenden Staats gilt: nicht zu verkennen und wirklich mufterhaft ift das Bestreben, die neuen Räder, worin der Staat läuft, in allen ihren Theilen herauszuheben und lichtvoll darzustellen. Auch der neuern statiftifchen Notizen find nicht wenige; nur dringt fich bei diefen häufig der Wunsch auf, dass, wenn hier anders nicht der Wille des Herausgebers gebunden ist, in die Data theils mehrere Neuheit und Gleichzeitigkeit gelegt und nicht Altes und Neues, Gutes und Mittelmäfsiges auf die buntschäckigste Art durch einander geworfen, theils mehr Aufmerksamkeit auf die Correctur der Zahlen gewandt werde.

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Das Handbuch enthält nach einem vorausgefchickten Calender 16 Hauptabschnitte, welchen noch ein Anhang von einigen, für den Statistiker und vorzüglich für den Reifenden, interessanten Auffätzen zugegeben ift.

Cap. I. Die Genealogie der kaiferlichen franzöfifchen Familie, die diesmal nicht mehrere Namen zählt, wie im vorigen Jahre; dann die Gefchlechtstafel der übrigen europäischen Regenten nach alphabetischer Ordnung; das Cardinalscollegium; die Minifterien der auswärtigen

Mächte und das wechselfeitige diplomatische Corps, mit Ausnahme der Confuln, die im Cap. VI. genannt werden. Portugal ift unter den europäischen Mächten, wie Sicilien und Sardinien, ausgelaffen; aber merkwürdig ist es, dafs das Handbuch den königlichen Thron von Lisboa bereits nach Brafilien verlegt hat! Unter den Mitgliedern des Rheinhundes erscheinen beide Meklenburg, und es fehlen von allen anerkannten teutschen Souveränen blofs Oldenburg und Teutfchmeifter bisher in dem jungen Areopage. Das Minifterium von Weftphalen war bei dem Drucke noch nicht organifirt; doch wird Johannes v. Müller als Staatsfecretär genannt. Unter Brafilien kommen diefelben Minifter vor, die 1807 bei Portugal genannt, und doch bekanntlich nicht fämmtlich der königlichen Familie gefolgt find. Ragusa ist dermalen allenthalben weggelassen.

Im Cap. II., mit dem das Adressbuch anfängt, folgt die Namenlifte der 8 Grossdignitäre, der ro Minifter und der fämmtlichen Grofsofficiere des Reichs, worunter 19 Marfchälle (mit Einschluss von Berg und Neufchatel), 8 Infpectoren und Generalobristen und 6 bürgerliche Kron - Grofsofficiere stehen. Die beiden Vicedignitäre (Benevent und Neufchatel) find ohne weitere Unterscheidung dicht unter die 6 Grofsdignitäre rangirt. Cap. III. In der erften Section der Hofftaat des Kailers, eben fo zahlreich als glänzend und unter 6 Stäbe vertheilt: des Grofsalmole

Das kaiferliche Haus.

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