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Hülfsmittel befafs der Verf. genug, er hat auch einigemale Stellen im Strabo, Scylax und dem fogenannten Orpheus, doch nicht ganz glücklich zu verbessern gefucht, fo wie er auch handichriftliche Quellen anführt S. 131. 245. 303. 311. 327 etc.

Es bleibt nur noch übrig, von den bei dem Werke befindlichen Charten zu reden, die von Herrn Buache nach den neuefien Bestimmungen mit Sorgfalt entworfen find, und von denen der Verf. fagt:,,elles peuvent donner une idée jufte de l'etat actuel de nos connaissances géographiques fur les contrées qu'elles réprésentent.“

Schon Pallas, Bergmann u. a. behaupteten, die Steppen der Krimm, Cuba, Wolga, des Jaik und die hohe Fläche der Tartarei bis an den See Aral, müfsten einmal Ein grofses Meer gewefen feyn; unfer Verfaffer, wie fchon angeführt, geht weiter und beftimmt genau auf der erften Charte die alten Gränzen, so dafs fie, unterhalb des Ausfluffes der Donau anfangend, hinauf bis zum 49° der Breite, in einer Biegung, und dann oftwärts bis an die Wolga, an dem rechten Ufer derfelben hinauf bis zum 51o, und von da nach Often in einem Bogen, hinter dem See Aral, herunter bis an Aftrabad gegangen feyen. Ein kleinerer Bogen ift innerhalb diefes grofsen gezogen, an der westlichen Seite des Ifthmus der Krimm, nordwärts über den unteren Theil des Don his gegen das Cafpifche Meer, herunter bis an den Flufs Kuban, und längs diefen bis ans Schwarze Meer. Dies hält der Vf. für die Gränze des Azoffchen Meeres zu Herodot's Zeiten, so dass es fich feit der Zeit um fünf Sechstheile vermindert haben müsste. eben der Zeit habe fich, fagt er, (S. 272) das Cafpifche Meer um 1 Grad vom Norden zurückgezogen, und in der Breite habe es um abgenommen; das Schwarze Meer habe in feinem nördlichen Umfange gleichfalls feit jener Periode grofse Veränderungen erlitten, vom Einfluss der Donau bis an die Mündung des Phafis. Ein noch kleinerer Kreis foll die Ufer des Schwarzen Meeres im zweiten Jahrhundert nach Chrifti Geb. angeben.

Seit

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Die zweite Charte, worauf Africa bis zum 10° S Br. verzeichnet ift, enthält den Niger und Nil nebft ihrer Verbindung durch den Miffelad, wovon fchon oben die Rede war; dann 1) den Zug des Confuls Suetonins Paulinus, bis füdlich über den Senegal und Gambia; 2) den Zug des Confuls Cornelius Balbus durch Tunis, Fezzan bis zum Niger herab, und dann weftlich nach Haruffa; 3) die Reife der Nafamonen; 4) den Marfch des Ptolomäus Euergetes, und 5) den Weg, den die Aethiopier, die Alexander abfandte, zurücklegten, von der Gegend des Tempels des Jupiter Ammon, bis zu dem Berge Ol- Comri, wo der Nil aus zwei Seen entspringen foll.

2.

Annales des Voyages, de la Géographie et de l' Hiftoire etc./ Publiées par M. MALTE BRUN.. Tom. I. compr. les

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hiers I III. A Paris 1808.

Der bereits durch das mit Mentelle besorgte weitläuftige Geographische Handbuch im Auslande bekannte Herausgeber hat die Abficht, durch diefe Zeitfehrift Teine jetzigen Landsleute mit den neuen Bereicherungen im Gebiete der Erd-, Länder- und Völkerkunde bekannt zu machen; er will darin vorzüglich die anziehendften Reifebeschreibungen der Ausländer, die vielleicht gar nicht, oder doch erft fpät zur Kenntnifs des franzöfifchen Publicums gelangen, in kernhaften Auszügen vorlegen, dabei Reiferelationen und Originalauffätze, welche die Erd- und Länderkunde im weitern Sinne umfaffen, aufnehmen und zugleich die vorgefal lenen Veränderungen in der Staatenkunde, neue geographifche Entdeckungen, neue Bücher und Charten in einem befondern Bulletin anzeigen, auch Kupfer

und kleine Charten beifügen. Dies ift die Tendenz einer Zeitschrift, die in der franzöfifchen Literatur bis jetzt ifolirt fteht, und, wenn fie ihrem Plane getreu bleibt, gewifs die Aufmerksamkeit jedes Geographiefreundes im In- und Auslande feffeln wird. Wir haben die beiden erstern Bände vor uns liegen, und freuen uns, dafs der Anfang unfrer Erwartung völlig entfpricht. Freilich können die gelieferten Auszüge für den Teutfchen nicht gleiches Intereffe haben, indem viele derfelben aus teutfchen Blättern entlehnt find, oder doch der teutfchen Literatur längst angehören; es gebührt dem Herausgeber indefs mit vollem Rechte das Lob, dafs er in der Wahl behutsam und gerecht verfahren und felbft ältere claffifche Werke, wie Bartel's Reifen, für das franzöfifche Publicum ans Licht gezogen. Auch liefs es fich bei der weitverbreiteten Behanntschaft des Herausgebers erwarten, dafs die Ausbeute an intereffanten Originalauffätzen nicht gering ausfallen würde. Eine kurze Anzeige mag hinreichen, um unfer Urtheil zu rechtfertigen.

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Band I. Ca 1. Zu den grösseren Auffätzen dieses Stücks gehören: 1) ein Auszug aus Reinbecks Bemerkungen auf feiner Reife aus Russland. Hierbei eine Abbildung des Kremls. 2) Ueber den Bohon Upas aus Defchamps noch ungedruckter Reife in das Innere von Java, Das Daseyn dieses räthselhaften Giftbaums, der in feinem Vaterlande Antgar, der giftige Saft aber, den man aus feiner Rinde durch Einschnitte zieht, Upas heilst, wird zwar aufser Zweifel gesetzt, die ihm zugefchriebenen giftigen Aushauchungen aber, woran man in Teutschland längst nicht mehr glaubte, geläugnet. 3) Ueber den Ifthmus von Klein - Afien, ein lefenswerther, noch ungedruckter Auffatz des ältern Danville. 4) Ucher den jetzigen Zuftand von Peru aus dem Mercurio Peruano, in Teutschland unlängst durch eine gute Bearbeitung des Mer. Per. ausführlicher darge, ftellt. 5) Ueber die Pogghyinfeln aus den Afiatic Refearches, ebenfalls bekannt. Das Bulletin enthält die Anzeige von 9 geographischen Werken.

Band I. Cah. 2. Gröfsere Originalauffätze find 1) Ueber Sitten, Vergnügungen und Beluftigungen der Javaner, aus Defchamps ungedruckter Reife in das Innere von Java. Keines Auszugs fähig. 2) Ueber einen unter dem Meere entdeckten Wald an den Küften von England von Correa de Serra aus den philofophical transactions; für die phyfifche Erdbefchreibung merkwürdig, aber bereits bei uns bekannt. 3) Ueber die Grie chen oder Albanier in Calabrien, ein Auszug aus Bar tels Reife nach Calabrien und Sicilien. 4) Ueber den Ursprung der Albanier und Griechen in Calabrien von dem Herausgeber, worin derfelbe Bartel's Hypothese aus Marafiotti's cronichi e antichita di Calabria zu be ftreiten fucht. 5) Ueber Wachsthum und Fall der Preuffifchen Monarchie von dem Herausgeber mit einer Charte gut bearbeitet und aus den beften Quellen gezogen, nur darf 1 man keine eingreifende Details und Resultate erwarten. 6) Ueber die Fortfchritte der Irifchen Bevölkerung, aus Newenhams bekanntem Werke entlehnt. Im Bulletin finden fich verfchiedene Auszüge aus ftatistischen Schriften, die jedoch für den Teutfchen nichts Neues enthalten.

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Band I. Cah. 3. Es hat folgende gröfsere Aufsätze; 1) ein Bruchstück aus der Bartelsfchen Reife nach Calabrien und Sicilien. 2) Ueber die Peutingerfchen Tafeln, vom Prof. Mannert in Wirzburg mit einer Kupfertafel, Recenfenten war es angenehm, hier eine vollständige Nachricht über eine Charte, die eines der ehrwürdig ften Denkmäler des Alterthums und nach der Ptolomäifchen die einzige ist, (ein Exemplar existirt davon noch auf der Kaif. Bibliothek zu Wien,) die uns aus der Vorwelt übrig geblieben, von einem Teutschen gesammelt zu finden; indefs möchten wir nicht dem Verf. beiftimmen, wenn er die Zeit ihrer Verfertigung in Severs Regierung zwischen die J. 194 — 211 fetzt, wahrfcheinlicher wurde fie unter Diocletian in den J. 284304 gezeichnet. 3) Ueber Kopernikus. Diefe Huldigung, die ein franzöfifcher Krieger den Manen des grofsen Mannes zollt, ift um fo anziehender, da fie im Ge

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wirre eines der blutigsten' Feldzüge von einem Militär niedergefchrieben ift. 4) Befchreibung der Staaten der Radshbuten und Dfhaten aus dem Englifchen des Generals Thomas. Sie enthält intereffante Nachrichten über diese Kaste indischer Krieger, die gegenwärtig grösstentheils mit den Maratten' amalgamirt find; ihre Radfhas, worunter die von Jypore, Joudpore und Batnier die angefehenften find, können noch immer gegen 120,000 Krieger, meiftens Cavalierie, unter die Waffen bringen. Im Bulletin fteht, aber ohne Anzeige der Quelle, eine Nachricht über die Niederlaffungen der Britten auf der Hondurasbai; neu war es uns, dafs diefe Macht an den Küften von Mexico 1800 bereits 750 Mann Linientruppen, 50 Kanoniere, 2,000 exercirte Colonisten, 2000 exercirte Neger und 200 Lanzenträger ftehen hatte. ,,War,,um mögen doch die Spanier nicht längst diese Horde ,,von privilegirten Kontrebandieren verjagt haben? frägt der Herausgeber! Wir möchten ihm antworten: follte wohl die ganze Kraft von Mexico dazu hinreichen?

Die übrigen Notizen find his auf 2 Briefe von Dr. Seetzen und dem Naturforscher Ledru, der uns eine Reife nach Teneriffa und einigen Antillen verfpricht, gröfstentheils statistischen Inhalts und aus teutschen Blättern gezogen.

Band II. Cah. 4. Von gröfseren Auffätzen enthält diefes Gahier: 1) Reife nach Madagaskar im J. 1802 und 1803 von J. B. Freffange. Eine in geographischer Hinlicht wichtige Schilderung, die uns über diese intereffante Infel manche neue Auffchlüffe ertheilt, aber keines Auszugs fähig ift. Beigefügt find 2 Kupfertafeln: die Anficht von einem Madegaffifchen Wohnorte, und eine Abbildung der vornehmlten Madegaffifchen Hausgeräthe. 2) Reife nach der Bai von Sainte- Luce auf Madagafkar, von L'Islet Geoffroy, ebenfalls ein intereffanter Auffatz. 3) Auszug aus dem Reifejournale des Capt. Dubois von Surate nach Frankreich, theils zu Lande, theils zu Wasser. Er enthält nichts Neues. 4) Topographie der Infel Balembangan im Norden von Borneo von Alex. Dalrymple, ausgezogen aus dem Orien

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