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ftändlich, fondern auch falsch aufgefafst. In der Gröfse derfelben, wie in der Staatsfchuld bleibt die nämliche Unficherheit. 22) Kriegsmacht. 23) Eintheilung des Königreichs und auswärtige Befitzungen. Das Bekannte. Nach diefer Ueberficht wird es dem Herrn Verfasser vielleicht felbft willkommen feyn, ihn daran zu erinnern, dafs er die Polizei des Landes bei den meiften verschiedenen Zweigen noch nachzutragen, und dass er das von den Gesetzen der freien Entwickelung und Wirkfamkeit überlaffene individuelle Leben durch die ganze Nationalkunde noch zu ergänzen hat.

Mit neuer Seitenzahl hebt die Ortsbeschreibung nach den 5 (oder mit Einschluss von Algarvien) nach den 6 Provinzen oder Landschaften an, die er in die nördlichen und füdlichen abtheilt. Der Fleifs ift hier noch gröfser als bei der allgemeinen Einleitung, und Recenfent lobt es fehr, dass der Verf. diese Ortsbeschreibung vor der Einleitung abdrucken liefs, und in diefer die Beziehungen auf jene aufnahm, wodurch diefe fogar ein Aggregat der einzelnen Daten, was es zum Theil auch feyn mufs, wurde. Die Infeln im atlantischen Meere und ein Register machen den Beschluss.

7.

Meine neuesten Reifen zu Waffer und zu Land oder ein Bruchftück aus der Gefchichte meines Lebens von D. Joh. Chriftian FICK. Erlangen auf Koften des Verfaffers und in Commillion in der Gredy- und Breuningschen Buchhandlung. 308 S.

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Animo dolenti nihil oportet credere: etiam innocentes cogit mentiri dolor; homo ne fine dolore fit, fortunam invenit -Laefo doloris remedium eft inimici dolor: dolor

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decidit, ubi, quo crescat, non habet. An diefe Stelle jenes Philosophen, der allen Leiden die gepanzerte Bruft von Grundfätzen entgegenstellte, erinnerte fich Recenfent recht lebhaft, als er Ficks Reife durchgelesen hatte, aber nicht um das non credere, wozu Fick viel zu offen und wahr ift, unbescheiden auf gewisse lebhafte Schilderungen, und etwas starke Pinfelftriche, fondern das homo ne fine dolore fit und das dolor decidit, ubi quo crefcat, non habet, auf die Genüffe des Reifenden bei allen Leiden und am Ziele feiner Rückkehr bei seinen Erinnerungen anzuwenden. Ohne die Urfache bestimmt zu nennen, verlässt er den 27. Septbr. 1806 Erlangen; Angst (wir können es nicht Beforgnifs heifsen) vor dem Ausbruche des Kriegs trieb ihn allein, wie wir muthmafsen dürfen, in die nahe und dann in die weite Welt, und bei feinem Austritte verfprengt ihn das Geklirr der Waffen über Hof, Plauen, Gera, Leipzig, Düben, Wittenberg, Berlin, Stargard, Colberg, Laffehne, durch das traurige Caffubenland nach der Weichfel, über Lauenburg, Neustadt, Oliva, nach Danzig, über die Weichfel und Nogat nach Elbingen und Königsberg, von Königsberg nach Pillau, er will fich hier nach Roftock einschiffen; fchreckliche Stürme treiben ihn zu den Erdholmen (Chriftians- Öe und Friedrichsholm), wo er 15 Tage verweilen muss, und endlich nach neuen Stürmen kommt er zu Roftock an, um über Schwerin, Hannover, Heiligenstadt, Gotha und Bam berg in fein Vaterland zurückzukehren. Er erreichte es den 20. Januar 1807, nachdem er noch auf dem Postwagen von Langenfalza nach Gotha in einem fieberhaften, durch Mangel des Schlafs herbeigeführten, Zustande das ärgerliche Gefchwätze eines eingebildeten unausftehlichen Pädagogen neuerer Zeit, der von allem Etwas, von keiner Sache etwas Gründliches wusste, überftanden hattè. Der ganzen Reisebeschreibung fehlt es nicht an Intereffe, wozu diese Route, die Begebenheiten der Zeit, mit denen er zusammentrifft, die eigene gutmüthige Individualität des Verfaffers, die nichts anders zu feyn, als was fie ift, fich beftrebt, und die fich wohl zu augenblicklicher, aber nie fester Resignation und A. G. E. XXV. Bds. 2. St. M

noch viel weniger zu einer eminenten. Höhe über die Stürme des doch immer günftigen Schickfals erheben kann, viel beitragen. Aber auch die Gabe des angenehm unterhaltenden Vortrags, der nie ins Ueberfpannte fällt, und überall in der reinen natürlichen Sprache des Herzens, oft ohne eigene Befchönigung mancher Schwächen, fich ausfpricht, der eine gewandte Belefenheit und einen scharffichtigen Beobachtungsgeift, vereinigt mit fchätzbaren Kenntnissen, verräth, und dånn die unverhüllten Anfichten von Dingen, die wir aus Schriften anders zu sehen gewohnt find, machen einen grofsen Theil des Verdienftes aus. Freilich war er dabei nicht immer auf der Huth, bekannte Dinge auszufchliefsen, z. B. die Diatribe über Kaffee, über teutsche Fabriken, Luther, Melanchton, Character der Berliner, Gradirhäufer, Pacht- und Frohndienfte, Bernstein - Fischereien und Gräbereien, Verminderung des Meeres, Marienburg, Copernicus etc.; allein der Beifatz bei manchen Stellen für Unkundige entschuldigt ihn hinlänglich: in bono hofpite et amico quaeftus eft, quod fumitur, um fo mehr, da das Werk Schmerzensbüchlein wie er es, nennt, ein Denkmal für vieles genoffene Gute während der unglücklichsten Periode seines Lebens feyn follte ein Denkmal, das er nicht beffer als durch den Druck auf eine allgemein verständliche Art errichten konnte. Die Zahl der Subfcribenten, worunter viele feiner Freunde find, beläuft sich über 1400, und unter denfelben befinden fich mehrere, die einer folchen Erörterung bedürfen. Zum Glück kommen Empfindeleien der Art, wie S. 308,,den 20. früh Morgens näherte ,,ich mich dem Orte (Erlangén), der alle meine Wünsche, ,,alles mein Glück in fich fchlofs; bei der Papiermühle ,,fprang ich aus dem Wagen, fiel auf die Erde nieder, ,,küfste den mir theuren Boden" nicht häufig vor; denn der Verfaffer behält doch unter diefen Empfindungen, welche Freude und Wehmuth, Hoffnung und Furcht mifchen, die Befonnenheit, zu bemerken, dass der Poftknecht glauben möchte: dass es mit ihm nicht ganz richtig feyn könnte. Der Spott (S. 10.) kleidet ihn nicht gut;

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wer mit blutendem Herzen an feine Familie und in den erften Tagen der Abwefenheit zurückdenkt,

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dem kann der Spott keine Erholung geben. Er verfteht unter Honoratioren in Baireuth,,folche Familien, ,,von denen die Weiber und Töchter in blofsem Kopfe ,,oder nach franzöfifcher Mode aufgesetzt herumlaufen, „und auf diejenigen, welche Hauben tragen, mit grö ,,[serer Geringfchätzung herabfehen, als weiland die ,,adelichen Damen auf die Frau eines Juftizcommiffärs." Wenn gleich feine militärifchen Nachrichten über die Stellungen der preufsifchen und fächfifchen Armee im Sept. und Oct. 1806 mit augenzeuglichen Berichten nicht überall übereinstimmen: so hat doch der Verfasser unpartejifch das gesammelt, was als allgemeines Gerücht in den Gegenden feines Aufenthalts cirkulirte. Mit viel Leben fchildert er die Verwirrung in den einzelnen Städten und Flecken, wodurch er reifte, und wo ihm das Gerücht von Siegen oder von Niederlagen vorangegangen war. Seine geographisch - statistischen Notizen find, als an Ort und Stelle gefammelt, nicht ganz ohne Werth; allein die Eile, die dem Verfaffer keine Umficht geftattete, und die ihn nöthigte, Erzählungen auf Treu und Glauben anzunehmen, schimmert fast überall durch, Eine rühmliche Ausnahme hiervon macht die Beschreibung der Erdholmen (Erdinseln) Christians - Öe und Friedrichsholm, die er durch einen Profpect und ein Chärtchen erläutert. Wir erinnern uns nicht eine fo vollständige Nachricht irgendwo gelefen zu haben, und das beigefügte Chärtchen, das die Hammersche Specialcharte von Christiansand sehr verbeffert, verdiente nebft diesen hier mitgetheilten Notizen näher bekannt zu werden, *)

*) Wir haben kein Bedenken getragen diefen kleinen, aber fehr intereffanten Beytrag zur Erdbefchreibung in diefem Stücke unfrer A. G. E. zufamt dem Chärtchen aufzunehmen. D. H.

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Charte des Königreichs Weftphalen nach feinen dermaligen Beftandtheilen, nach den bewährteften Hülfsmitteln, offiziellen Nachrichten und den vorzüglichften Ortsbeftimmungen entworfen von F. W. STREIT. Weimar im Verlage des Geogr. Inftituts 1808.

2.,

Charte vom Königreiche Bayern nach feinen dermaligen Beftandtheilen aus den bewährteften Charten, Nachrichten und den vorzüglichften Ortsbeftimmungen entworfen pon F. L. GUSSEFELD. Weimar im Verlage des Geographifchen Inftituts. 1808.

3.

Charte des Königreichs Holland nach den beften Ortsbeftimmungen zuerst entworfen von Ad. STIE LER und nach der neueften Eintheilung vom 13. April 1807 und dem Länderabtretungstractate vom 11. Novbr. 1807 berich

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