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Seite des Ordens Kreuzes.

grüne Band welches in der ange= Breite über der Schulter getragen

1

THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY

ASTOR, LENOX

TILDEN FOUNDATION

Allgemeine

Geographifche

EPHEMERIDE N.

XXVI. Bds. Zweites Stück. Junius 1808.

ABHANDLUNGEN.

I.

Die Baskifchen Provinzen und das Königreich Navarra.

geographisch und statistisch gefchildert nach JOSEPH MARCHENA. *)

I.

Die Baskifchen Provinzen.

In Spanien bezeichnet man mit dem allgemeinen

Namen der Baskifchen Provinzen die Landschaften

*) Nach der Defcription geéographique et hiftorique des trois provinces, dites Vascongades, ainsi que du Royaume de Navarre par M. JosEPH MARCHENA, in A. G. E. XXVI. Bds. 2. St.

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"

Biscaya (Vizcaya), Guipuscoa und Alava, Diese Provinzen, deren Bewohner fich durch Sprache und Sitten ganz von den übrigen Spaniern unterfcheiden, haben nach den beften Charten einen Flächenraum von etwa 152 Meilen, worauf nach Randel 1757 in 623 Städten, Flecken und Dörfern 260,158, nach der Zählung von 1787. 308,157- und nach Marchena 286,850 Menfchen leben. Jede Meile würde allo im Durchschnitte mit 1,888 Menfchen bevölkert seyn *).

Sie machen das alte Cantabrien aus, und find bereits feit dem 13. und 14. Jahrhunderte mit der Krone Caftilien vereinigt, haben aber eine von den übrigen Spanischen Provinzen völlig abwei

den Annales des voyages, de la géographie et de l'hiftoire par M. MALTE BRUN, T. II. Cah. 3. In einem Augenblicke, wo dem Reiche, zu dem die befchriebenen Provinzen gehören, eine fo grofse Veränderung bevorsteht, dürfte diefer intereffante Auffatz des Spaniers Marchena jedem Freunde der Erdund Länderkunde gewifs um fo willkommner seyn, da er nns mit einem fast ganz unbekannten Theile der Spanischen Monarchie, der als ihre Vormauer immer ein befoudres politisches Gewicht hatte, bekannter macht und in mancher Hinficht nnfre bisherigen Nachrichten über diese Länder ergänzt und erweitert. Der Bearbeiter hat indefs nicht wörtlich übersetzt, sondern mit Uebergehung aller historifchen und topographischen Details nur das Interesfantefte herausgehoben und wissenschaftlich geord

net.

*) Eine ältere Angabe nimmt für den Flächeninhalt der Baskifchen Provinzen 280 Meilen an.

chende Verfaffung, und ihre alten Rechte und Freiheiten bei jenen Stürmen, worin die Cortes die ihrigen verloren, aufrecht erhalten. Die königliche Gewalt war bis auf die neueften Zeiten fehr befchränkt; die Provinzen besteuerten und regierten sich selbst, waren von den Quintas oder von den in dem übrigen Spanien gefetzlichen Werbungen frei, und unterhielten blofs das Regiment Cantabria nehst 20 Batterien an den Küften, trugen auch zu der Marine durch ein freiwilliges Donativ bei. Kein Bifchof durfte in dem Umfange derfelben feine Metropole auffchlagen, keine Zölle durften eingerichtet oder indirecte Auflagen eingeführt werden. Nach den Unruhen von 1806 find jedoch einige diefer Vorrechte eingeschränkt. Den 3 Provinzen steht ein einziger Generalcapitän vor, der feinen Sitz zu San Sebaftian hat, und über die königlichen Rechte und über das Militär wacht.

(1) Die Provinz Guipuscoa.

Guipuscoa liegt zwifchen 15° 25′ und 15° 55' Ö. L. und zwifchen 42° 52′ bis 43° 21' N. B. Im W. und S. wird diefe Provinz von Biscaya und Alava, im O. von Navarra und dem franzöfifchen Departement der Niedern Pyrenäen, gegen welches der Bidaffoa den Gränzflufs macht, umgeben; im N. befpülen die Fluten des Meers von Biscaya ihre Küften. Ihr Flächeninhalt beträgt etwa 341 geogr. Meile; ihre gröfste Länge von N. nach Süden 15, die Breite von W. nach Often 9 franzöfifche Meilen. Sie ist mithin unter den drei Baskifchen Provinzen die kleinfte.

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