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gefpreiteten Flügeln und dem Schwanze des Adlers' 10 Wappen der vornehmsten öftreichischen Reiche und Provinzen in einem länglichten Cirkel und folgender Ordnung aufgeftellt: Hungarn, Böhmen, Galizien, Oeftreich, Salzburg, Krakau, Siebenbürgen, Würzburg, Mähren mit Schlefien, Steyermark mit Kärnten.

Rechtstehen: 1) Das Hungarische Wappen, mit der Krone des heil. Stephan bedeckt: der Schild zweifach in der Länge getheilt, rechts acht Querbalken von Roth und Silber wegen Althungarn, uud links in Roth das filberne Patriarchenkreuz von Neuhungarn, welches aus einer, auf einem dreifachen grünen Hügel liegenden goldnen Krone hervorragt. 3) Das Galizische Wappen, mit der gefchloffenen Bügelkrone diefes Königreichs geziert: ein durch einen rothen Strich quer getheilter blauer Schild, oben mit einer fchwarzen Dohle, unten mit drei goldnen gefpitzten Königskronen. 5) Das Salzburgifche Wappen, welches ein Herzogshut deckt; ein in die Länge' getheilter Schild, in der rechten Hälfte mit einem aufgerichteten fchwarzen Löwen in Gold, in der linken mit einem filbernen Querbalken in Roth. 7) Das Siebenbürgifche Wappen mit dem Grossfürftenhute: ein durch einen rothen Querbalken gespalte. ner Schild, welcher im obern Theile einen rechtsblickenden wachsenden schwarzen Adler, von Sonne und Mond *begleitet, in Blau, im untern die 7 Burgen, wovon das Land den Namen führt, zeigt. 9) Das Mährisch - Schlefifche Wappen, mit einem Fürftenhute bedeckt: ein in die Länge getheilter Schild, auf der rechten Seite der von Silber und Roth gefchachtete, rechts blickende und gekrönte Adler von Mähren in Blau, auf der linken der fchwarze, ebenfalls gekrönte und rechts blickende, Adler von Schlefien in Gold; auf seiner Brust ruht ein filbernes Kreuz auf einem gleichen halben Monde, der bis in die Flügel reicht und in Kleeblättern ausläuft.

Links stehen; 2) Das mit der böhmifchen Königskrone gedeckte Wappen diefes Reichs: ein aufgerichteter doppelt gefchwänzter und gekrönter filberner Löwe in ro

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them Felde. 4) Das öftreichische mit dem Erzherzogs, hute bedeckte Wappen: fünf goldene Adler (nicht Lerchen), in Blau schwimmend. 6) Das Krakausche mit dem Grofsherzogshute bedeckte Wappen: ein filberner links blickender und gekrönter Adler in Roth, deffen Flügel mit goldnen Blättern beftreuet find; 8) Das mit dem Herzogshute gezierte Wappen von Würzburg: ein in der Länge getheilter Schild, in der rechten Hälfte drei filberne Spitzen in Roth wegen Würzburg, in der linken éine ausgezackte, von Roth und Silber in vier Quartiere getheilte und an einem goldnen Speere aufgefteckte Fahne in Blau wegen Franken. 10) Das mit dem Herzogshute bedeckte Steyrisch - Kärntenfche Wappen: ein doppelt getheilter Schild, deffen rechte Seite das Wappen von Kärnten drei in Gold über einander fchreitende fchwarze Löwen und den filbernen Querbalken in Roth; die linke Seite aber den rechts blickenden filbernen Panther von Steyermark, dessen offener Rachen und Ohren Flammen sprühen, in grünem Felde zeigt.

Dies ist das mittlere Wappen des öftreichischen Kaiferthums, welches bei allen innern Verhandlungen des Reichs geführt wird und das Amtsfiegel heifst. Noch find aufser diefem durch die Pragmaticalverordnung Kaiser · Franz I. vom 6. August 1806 nach den durch den Presburger Frieden erfolgten Veränderungen zwei andere Wappen festgesetzt:

a) Das grosse oder Majeftätsfiegel, deffen man fich bei feierlichen Handlungen, Friedensschlüssen, Verträgen mit auswärtigen Mächten etc. bedient. Es befteht aus einem grofsen goldnen Hauptschilde, das von der öftreichischen Kaiferkrone bedeckt ift, und von zwei goldnen Greifen mit schwarzen Flügeln und schwarzer Halsbedeckung gehalten wird. In diefem Hauptschilde fieht man den doppelt gekrönten schwarzen Adler mit einem grofsen Mittelfchilde auf der Bruft. Diefes Mittelfchild enthält in einem Herzfchilde das kaiferliche Familienwappen und in acht Haupt- Quartieren nicht allein die Wappen der fämmtlichen öftreichischen Pro

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vinzen, fondern auch die Spanischen und Lothringifchen Anspruchs- und Repreffalienwappen und die Wappen der öftreichifchen Prinzen, die andere Länder befitzen: für Modena einen leeren Wartefchild. : Um daffelbe hängen die Infignien des goldenen Vliesordens, das Hoch- und Teutschmeisterkreuz, das Marien Therefien- und Stephanskreuz.

b) Das kleinere oder Handfiegel.

Es fieht dem mitt

lern völlig gleich, nur dafs die 10 Seitenfchilde fehlen.

4.

Der neue Königl. Sächfifche Orden des Rauten

kranzes.

(Nebft einer Abbildung deffelben.)

Der neue Königlich-Sächfifche Haus - Orden des Rautenkranzes oder der Rautenkrone (Ordre de la couronne verte) wurde am 20. Julius 1807 bei Anwesenheit des Kailers Napoleon von S. M. dem Könige Friedrich Auguft von Sachsen zu Dresden geftiftet,,,zum Andenken der Huld der göttlichen Vorsehung, welche fie dem Lande durch den Schutz Napoleons habe angedeihen laffen". Der König überreichte dem Kaifer das erste Band feines neu errichteten Ordens und erhielt dagegen das Grofskreuz der Ehrenlegion. Ferner erhielten bei der Stiftung den Orden des Rautenkranzes (der nur aus Einer Claffe von Rittern befteht): der Prinz Jerome, der Grossherzog von Berg, der Prinz von Benevent, der Staatsfecretär Maret, der Grofsmarfchall Duroc und der Grofs - Stallmeifter Coulaincourt.

Wir geben hier eine getreue Abbildung der Infignien dieses Ordens, und behalten uns vor, einen weit

läuftigern Auffatz über die Geschichte und Statuten deffelben in der Folge noch zu liefern, wozu uns die Ma. terialien aus der ficherften Quelle verfprochen wurden.

Die Ordenszeichen bestehen: aus einem achteckigen grünen Kreuze mit weifser emailler Einfaffung (A, B), deffen filberner Mittelfchild auf beiden Seiten mit eincm grünen 16 blättrigen Rautenkranze umgeben ist. Diefer Kranz umfchliefst auf der Vorderseite (B) die Namens Chiffre des Monarchen F. A. auf der Kehrfeite B. aber die Ordensdevife: Providentiae Memor beide mit goldnen Ziffern. Das Kreuz hängt an einem breiten dunkelgrünen Ordensband (D, D), und wird über der rechten Schulter getragen: der filberne achiftrahlige Stern (C), der die linke Bruft der Ritter fchmückt, zeigt in der Mitte ebenfalls den Rautenkranz, aus welchen Sonnenftralen über die mit filbernen Buchstaben geftickte Or< dens-Devise aufgehn.

5.

Journalistik.

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Politifches Journal. 1808. März enthält: Sittengemälde aus Neapel (aus Gierlev's 1807 dänisch erschienenen Briefen über Italien) enthalten Bemerkungen über die Aufsenfeite der Stadt, die Strafse Toledo, die Lazzaronis (unter welchen endlich auch der Luxus um fich zu greifen anfängt), die Titulaturen und die Spielfucht. Gegenwärtiger Etat der Schwedifchen Land- und Seemacht; ans einem Schwedischen Staatskalender auf 1808. Die Landarmee, die in Friedenszeiten aus 50,000 Mann bestehen foll, jetzt aber höchftens 45,000, in 40 Corps aufser den Garden und der Artillerie, enthält, hat einen Feldmarschall, 3 Generale, 14 General Lieutnants, 14 General - Majors, 33 General - Adjutanten des Königs, 93 Oberften. Die Flotte befteht, aufser der Scheerenflotte, für welche 16,000 Matrofen beftimmt find, aus

20 Linienfchiffen und 16 Fregatten, von denen aber mehrere nicht im dienstfertigen Stande find; fie hat einen Grofs - Admiral, einen Admiral, 6 Vice Admirale und II Contre - Admirale; und aufser dem Chef der gefammten Scheerenflotte 4 andere Chefs über die 4 Escadern der Flotte. Der Aprilheft liefert: Die Mainotten, aus einem englifchen Journale; eine fehr vortheilhafte Schilderung dieses Volks, die aber wohl nicht viel Neues enthält. Der Befchlufs des Heinemeyerfchen Auffatzes über das Margr. Vliffingen, die Graffchaft Heerenberg und die Diftricte Sevenaer, Huiffen und Malburg, befchäftigt fich mit der Graffchaft Huiffen und den zuletzt genannten Districten. Jene Graffchaft begreift die Stadt Heerenberg mit 679 Einwohnern (1798.), die Herrlichkeit Genderingen, ein schönes Kirchdorf von 2800 Einwohnern, die Herrlichkeit Etten mit 627 Einwohnern. Die Dörfer Zeddam, Notterden und Westervoort 1800 mit 543 und 455 Einwohnern, die Herrl. (das Kirchspiel) Didam mit 2034 Einwohnern, und viele zerstreut liegende adliche Häufer. Die 6 genannten Dörfer gehören der Stadt Arnhem. Im District Sevenger befindet fich aufser der gleichnamigen Stadt, die 1784 in 132 Häufern, 845 Einwohner zählte, das Kirchfpiel Alt - Sevenaer mit mehreren adlichen Gütern; im Amte Huiffen und Malburg wurden 1784, anfser der Stadt Huiffen mit 844 Einw. in 203 Häufern, nur 699 Einwohner gezählt. Die Ge burts, Sterbe- und Eheliften von 1807 leiden hier keinen Auszug. Jetziger Bestand der Englischen Landmacht, wie er dem Parlamente am Ioten März vorgelegt wurde: Reguläre Armee zufammen

Artillerie

Volontairs. Cavallerie

Infanterie

Artillerie

Effectivè Miliz

204,815 Mann.

24,781

25,023

261,821

9,825

77,164

Aus

Getraide Einfuhr in England im J. 1806: 517,000 Quarter Waizen; 180,000 Q. Hafer; 50,000 Q. Gerste. dem Maiftücke bemerken wir: das Statut über den franzöfifchen Erbadel, und das Ruff. Kaiferl. Manifeft, die Vereinigung Finnlands mit Russland betreffend, blofs

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