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niß eingeprägt, zugleich besonderer Unterricht über den Styl ertheilt.

Livius, leichte Stücke das Cicero, Ovidii Metamorphoses, auch Virgilii Bucolica werden gelesen, lateinische Uebersetzungen.

III. Dritte Classe. Die Hinweisungen auf die Grammatik werden seltener, mehr der Geist der Sprache und des Schriftstellers entwickelt, Sallust, Cicero, Virgilii Aeneis, Zerenz erklärt, die lateinische Prosodie durch eigene Versuche eingeübt, lateinische Uebersetzungen, auswendiges Recitiren erklärter Abschnitte aus Prosaikern und Dichtern.

II. Zweite Classe. Cursorisches Lesen eines leichten Schriftstellers, statarisches Quinctiliani institutiones, Ciceronis orationes, Horatii Odae, auch einzelne Elegien von Tibull und Properz, freie Ausarbeitungen in dieser Sprache, Wiederholungen in lateinischer Sprache, damit Uebung im Sprechen.

1. Erste Classe. Cursorisches Lesen, statarisches der philosophischen Schriften Cicero's, Tacitus, Horatii Satirae, auch einige von Juvenal, einige Komödien von Plautus, um die frühere lateinische Sprache kennen zu lernen, eigene Ausarbeitungen auch in der Dichtkunst, Uebung im Interpretiren, Wiederholungen in lateinischer Sprache und häufige Uebung im Sprechen.

§. 10. Griechische Sprache.

IV. Vierte Classe. Wiederholt den etymologischen Theil der Sprache und beschäftigt sich mit der Syntar, im ersten halben Jahr etwa Aesops Fabeln, die Gnomiker, im zweiten Xenophontis Anabasis, Uebung im Schreiben.

III. Dritte Classe. Auf die Syntar noch strenge Rücksicht genommen, Bekanntschaft mit der Prosodie, Xenophontis Cyropaedia, Stücke aus Lucian, nach Wolfs Auswahl, Homeri Odyssea, wobei die Thierschische Sprachlehre benutzt wird, Uebung im Uebersehen.

II. Zweite Classe. Cursorisches Lesen eines leichten Schriftstellers, statarisches Xenophontis Memorabilia, einige platonische Dialogen, Homers Fliade, Theokrit, auch wegen des elegischen Sylbenmaßes, Benutzung der Antho

logie. Ueber historische Stoffe, griechische Ausarbeitungen mit Rücksicht auf die Accente.

1. Erste Classe. Cursorisches Lesen Homers Iliade, statarisches Plato's Dialogen, Demosthenis Philippica, alsdann die Tragiker Euripides und Sophokles. Fortgesette Uebung in prosaischen Aufsåßen und Versuche in der Poesie.

§. 11. Hebräische Sprache für künftige Theologen und Philologen. Wöchentlich für jede Classe zwei Stunden und die beiden obern Classen können nöthigenfalls auch combinirt werden.

IV. Vierte Classe. Lesen, den Pluralis und Dualis bilden, die Präfixa und Suffira fügen, das regelmäßige Zeitwort. Lernt Wörter und fångt an zu übersetzen.

III. Dritte Classe. Lernt die unregelmäßigen Conjugationen, vermehrt den Wortreichthum, fångt an zu analysiren und übersetzt die Genesis.

II. Zweite Classe. Uebt die Paradigmen und die Grammatik durch fleißiges Lesen und Analysiren; lies't Josua.

1. Erste Classe. Liest die Psalmen und einzelne Stücke aus den Propheten. Hier werden die LXX. und das N. T. benuht, um mit des letteren hebråisirendem Style bekannt zu machen.

§. 12. Allgemeine Sprachlehre wird in der ersten Classe gelehrt.

§. 13. Der Unterricht in neueren Sprachen, als der italienischen, englischen und holländischen, wird von Lectoren in Privatstunden ertheilt.

§. 14. Mathematik.

A. Rechnen.

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IV. Vierte Classe. Die Decimal und BuchstabenRechnung, Ausziehen der Quadrat- und Kubikwurzel.

III. Dritte Classe. Die Algebra bis zur Lehre von den Potenzen.

B. Mathematik.

IV. Vierte Classe. Wiederholung und die reine Geometrie geendigt.

III. Dritte Classe. Die Logarithmen mit der Trigono metrie bis zur Lehre von den Kegelschnitten.

II. Zweite Classe. Populåre Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels.

I, Erste Classe. Das Wichtigste und Praktische aus der Naturkunde.

§. 15. Geographie. Hier nur die alte Geographie und zwar in einem zweijährigen Cursus in der vierten und dritten Classe. Die neue wird bei der Geschichte und anderwei tigem Lehrstoff wiederholt.

§. 16. Geschichte.

IV. und III. Vierte und dritte Classe. Die alte Geschichte bis zum Verfall des römischen Reichs, besonders die der Griechen und Römer, diese beiden mehr ethnographisch mit Angabe der verschiedenen Zeitrechnungen der Olympiaden, vor Roms Erbauung, doch liegen die Jahre vor Chrifti Geburt zum Grunde.

II. und I. 3weite und erste Classe. Universalgeschichte der europäischen Völker. Nachweisen der Quellen; das Summarische der Literaturgeschichte, aber nur den Forschungsgeist angeregt, zuletzt ein Synchronismus als allgemeine Uebersicht gegeben, die neueren Zeitereignisse bei dem Lesen der französischen Zeitung.

§. 17. Griechische, römische und deutsche Alterthümer werden in den beiden obern Classen in einem zweijährigen Cursus gelehrt.

§. 18. Philosophie, Encyklopådie der philosophischen Wissenschaften und Formalphilosophie werden in den beiden obern Classen mit der wichtigsten Literatur vorgetragen.

§. 19. Encyklopädie sämmtlicher Wissenschaften wird, in so weit die Prolegomena gehen, allgemein ertheilt und die Specialencyklopädie oder die Uebersicht der einzelnen Facultätswissenschaften damit verbunden.

§. 20. Anleitung, die Universitätsjahre zweckmäßig zu benutzen, wird den zur Universität Abgehenden im leßten Vierteljahr ertheilt. Diese Hodogetik umfaßt die Kenntniß des Facultätswesens, des Charakters des professorischen Vortrags,

Collegienplan, Rathschläge zur häuslichen, sittlichen und polis tischen Einrichtung.

§. 21. Bildung des Geschmack s. Dazu dienen Musik, Zeichnen, Declamiren, sodann eine kurze historische Uebersicht der alten schönen Kunst und Vorzeigen artistischer Werke.

§. 22. Religion. In den nicht trockenen theologischen Religionsstunden soll das Nachdenken über das Hdhere und Göttliche und eine christliche fromme Rechtschaffenheit geweckt, begründet und befördert werden. Bekanntschaft mit den religidsen Begriffen ålterer und neuerer Völker erhebt den Werth des Christenthums.

§. 23. Künste. Die oben angeführten Künste zu erlernen, wird Gelegenheit verschafft.

Beilagen

zu dem Abschnitt über den öffentlichen Unterricht in den preußischen Rheinprovinzen und in Westphalen.

Zur Erläuterung und Ergänzung der Nachrichten über den öffentlichen Unterricht in den preußischen Provinzen am Rhein, scheint nöthig, folgende drei Actenstücke zu geben. N, das Reglement für die Prüfung der zu der Universitåt übergehenden Schüler, welches als die neueste allgemein doctrinelle Ordnung der preußischen Gymnasien gelten kann, da es das Ziel nåher bezeichnet, welches ihnen zu erreichen gestellt ist; 0, die Disciplinarordnung für die Gymnasien und Progymnasien der Provinz Westphalen, wegen ihrer verständigen Fassung und zweckmäßigen Kürze, und P, den Bericht des Hrn. Directors Sockeland zu Köøfeld über den naturhistorischen Unterricht des Oberlehrers Hrn. Dr. Suffrian am Gymnasium zu Dortmund. Dieses Unterrichts hab' ich in dem Abschnitte über Dortmund selbst mit gebührender Anerkennung gedacht. Später kam mir der Bericht des genannten ausgezeichneten Schulmannes in die Hånde, und ich achte der Aufmerksamkeit und Theilnahme, welche die Sache verdient, gemäß, ihn hier einzuschalten. Ich habe schon in meinem Buche über die gelehrten Schulen erklärt, daß ich nicht dem Unterricht über Kunde der Natur und ihrer Erzeugnisse in den Gymnasien entgegen wåre, sondern, und zwar ganz entschieden der Art, nach wel

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